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2016 Weihnachtsfeier
 
02.05.13

Buwe, was ham’mer heit? (1)

 

Bei der Kirchweih, dem größten Volksfest der Banater Schwaben, war das gesamte Dorf auf den Beinen. Ölgemälde von Stefan Jäger

Kirchweihpaar aus Orzydorf in den dreißiger Jahren: Michael Gross und Barbara Kierer. Einsenderin des Fotos: Elisabeth Gaug

»Geputzter« Rosmareinstrauß als Symbol des Kirchweihfestes.

Vom Ursprung und Inhalt der Banater Kirchweih - Unser größtes Volksfest, die Kirchweih, wurde im ganzen Banat und gleichfalls im gesamten deutschen Kulturraum gefeiert, vom Elsaß und von Lothringen bis Ostpreußen und von der Schweiz bis Schleswig. Die drei Hauptvarianten des Namens (von Norden nach Süden): Kirmes (Kirchmesse), Kirchweih und Kirchtag werden dialektal Kerweih, Kirweih, Kirmess, Kermess, Kärm, Kirm, Kilbi, Kärbe oder Kirtag gesprochen, bezeichnen aber immer dasselbe. Auch wenn sich die einzelnen Brauchtumselemente des Festes im Laufe der Zeit geändert haben und es von Gebiet zu Gebiet und von Dorf zu Dorf Unterschiede im Ablauf des Festes gibt, hat es dennoch zwei Hauptelemente: ein kirchliches und ein weltliches.

Bestandteile des Kirchweihfestes

Das erste Hauptelement ist der kirchliche Teil. Das Fest der Kirchenweihe oder das Patrozinium (Patronatsfest), der Namenstag des Kirchenpatrons, an dessen Tag die Kirche feierlich vom Diözesanbischof geweiht wurde, wird fortan jährlich begangen und ist der Ausgangspunkt des Festes. (1) Das kirchliche Fest umfasst ein feierliches Hochamt, zu dem der Ortspfarrer Mitzelebranten aus den Nachbardörfern einlädt. An dem Gottesdienst nimmt die Kirchweihjugend mit der ganzen Gemeinde teil. Predigt und Gesang sind dabei heimat- und volksbezogen, am Schluss segnet der Priester die Kirchweihpaare, den Kirchweihstrauß und den Kirchweihwein. Kirchen wurden vom Frühjahr bis zum Herbst eingeweiht; somit gab es eine Vielzahl von Patrozinien und von Kirchweihfeiern. Da man auch zu den Verwandten in Nachbarorte fuhr und gewöhnlich drei Tage lang feierte, kam es zur Behinderung der Erntearbeiten. Kaiser Joseph II. wollte 1786 mit der Reduzierung der Feste im Jahreslauf das Kirchweihfest streichen bzw. alle Kirchweihfeste auf einen Sonntag nach dem Ernteabschluss verlegen. Wie manche seiner anderen Reformen hatte auch diese keinen Bestand. Somit blieb es auch im Banat beim Kirchweihfest, bloß dass man die kirchliche Feier am Patronatstag beließ, jedoch in den meisten Dörfern die weltliche Kirchweih auf den Herbst verlegte. Dagegen konnte die Obrigkeit in Bayern, wegen „überhandgenommenem Alkoholkonsum“ und der großen Anzahl von Kirchweihfesten, 1866 durchsetzten, alle Kirchweihfeste im Land auf einen Tag zu verlegen, den dritten Sonntag im Oktober.

Die weltliche Kirchweih ist das große Volksfest des Jahres, in dessen Mittelpunkt die Kirchweihjugend steht. Zwei junge Menschen finden sich als Paar zusammen, das Mädchen schmückt dem Burschen den Hut und dieser schenkt seinem Kirchweihmädchen ein Tuch oder ein Kleid. Arm in Arm treten sie nun in den Kreis der Kirchweihjugend und feiern nach altem Brauch das Fest. Häufig wurde aus dem Kirchweihpaar ein Ehepaar. Gefeiert wurde das Fest jedoch vom ganzen Dorf; man lud dazu Verwandte und Freunde aus den Nachbargemeinden ein. Auf die einleitenden rituellen Tänze der Kirchweihpaare um den geschmückten Baum und um die Musikanten folgte der allgemeine Tanz. Die drei Kirchweihtage mit Festessen und Verwandtenbesuchen wurden durch Großreinemachen und ein Vorfest eingeleitet und durch die Nachkerweih der Kirchweihgesellschaft abgeschlossen. Das Banater Kirchweihfest war das größte weltliche Volksfest des Jahres in allen Dorfgemeinden und auch in Kleinstädten. Die Bezeichnung Kirmess besagt, dass zum Kirchweihfest auch eine Mess, ein Markt, stattfand. Handwerker boten ihre Waren an, zum Marktbetrieb kam bald ein Rummelplatz mit Verkaufsbuden, Schießständen und Ringelspiel.

Motivsymbiose im Kirchweihbrauchtum

Als komplexes Fest hat die Kirchweih Brauchtum aus allen Jahreszeiten an sich gezogen. Außerdem hat sich das relativ einheitliche Banater Kirchweihbrauchtum erst mit der Zeit herausgebildet, da die Ahnen der Banater Schwaben und Berglanddeutschen aus ihren Ursprungsländern nicht nur voneinander abweichende Dialekte, sondern auch unterschiedliche Sitten und Bräuche mitgebracht hatten. In jedem Dorf hat sich wohl das kräftigste Element durchgesetzt. Dennoch ist bei genauerer Untersuchung des Banater Kirchweihbrauchtums eine große Vielfalt an kleinen Abweichungen und Bezeichnungen für die Akteure und ihre Handlungen festzustellen. Lediglich eine Dissertation oder wenigstens eine Diplomarbeit könnte, auf der Grundlage von Befragungen in allen Ortschaften und einer inhaltlich-sprachlichen Darstellung in einem besonderen Kirchweihatlas, dieser Vielfalt gerecht werden. Dafür ist es jetzt längst zu spät, so dass man sich mit der Darstellung wesentlicher Merkmale begnügen muss. Lokale Besonderheiten sind übrigens in den meisten Ortsmonografien zu finden. Der allgemeine Ablauf der Banater Kirchweih ähnelt in wesentlichen Punkten dem oberfränkischen Ablauf des Festes, wie ihn Eduard Rühl (2) und Franz Klein (3) beschreiben und wie er auch meinen Beobachtungen entspricht. Doch manche Kirchweihelemente entstammen auch anderen Gebieten und wandern im Jahreslauf. Wie im Mai werden auf der herbstlichen Kirchweih geschmückte (auch mit Girlanden umwundene) Bäume mit grünem Gipfel (in waldlosen Gegenden eine verzierte Stange) ähnlich wie in Niederösterreich aus dem Wald geholt und als Maibaum auf dem Tanzplatz aufgestellt. Aus Frühlingsbräuchen übernahm die Kirchweih Blumensträuße, Heischgänge wie in Rheinfranken (auch das Einladen der Dorfhonoratioren zum Fest), Lieder, Tänze und das symbolische Ausgraben und Begraben der Kirchweih (Flasche, Puppe), während der Ährenkranz, das Fass neben dem aufgestellten Kirchweihbaum, das Hahnenschlagen (im Banater Bergland und in Semlak) und Bockauskegeln (wie in Niederösterreich) von den Herbstfesten stammen. Dennoch ist die Kirchweih keinesfalls ein Erntefest.

Der pfälzische Kerweihstrauß, gewöhnlich Symbol des Festes in verschiedenen Ausformungen, wie der meterhohe, bändergeschmückte Rosmarinstrauß, der in den Banater Heidegemeinden gewöhnlich in einer Quitte steckt und neben Seidentuch und Hut versteigert wird, fehlt dennoch beim Aufmarsch der Glogowatzer Buschebuwe und Buschemaadle. Dagegen fehlt im Alemannendorf Saderlach der Baum. Die als Kirchweihende begrabene Flasche Wein stammt wohl von den pfälzischen Nachbardörfern, und der Chilbistruuß ist der geputzte Hut der Chilbijungen. (4)

Dem Ernst der badischen Kirch-weih entspricht der Friedhofbesuch am Festtag, um die Verstorbenen einzubeziehen. Hier fehlt das ausgelassene Treiben der pfälzischen Kerwe. Dazu eine entsprechende Episode aus der Kerweihbeschreibung von Ludwig Schwarz: »Ich sin dann – noch immer bloßkoppich – uf de Dollwig Michl zu, un han gsaat: „Michl, dei Großvater is gstorb.“ „Gott gib em die ewichi Ruh“, hat de Michl uf des gsaat, hat uf die Erd gschaut, hat awer dann sei Hut runerghol un noh ihm die Kerweibuwe eene noh em anre, wie se halt erfahr han, was passieert is. Dann is es Bärwl kumm, em Michl sei Kerweihpaar, hat scheen die Streiß, die Rosmarinzwacke un die Bandle vum Michl seim Hut runerghol, hat de Michl dann an der Hand angepackt un is, ohne aach nor een Wort zu saan, mitm naus uf die Gass. Dort sin die zwei dann bis an de Grawerand, de Michl hat sei Wein aus der Kerweiflasch in de Grawe geleert, dann han se sich scheen an der Hand ghol un sin langsam ufm Michl seim Großvater sei Haus zu. „Dei Schmerz is jetz aach mei Schmerz“, hat s‘ Bärwl gsaat, „un dei Trauer aach meini.“ Ja, so is des de Brauch geween bei uns in Kleenwalddorf in seler Zeit. De Lewendichi hat mer wohl net immer helfe un schun ganz seltn zu ihrem Recht kumme losse kenne, awer die Toteni, deni hat mer die Ehr angetun, wie’s sich gheert.« (5)

Brauchtumswandel

Solange Brauchtum lebt und noch nicht Geschichte geworden ist, finden Änderungen statt. So haben wir die Entwicklung vom Trachtenkleid zum Minirock und wieder zurück erlebt. Einige Elemente des Banater Kirchweihbrauchtums haben sich allgemein erhalten: geschmückte Hüte, Kirchweihbaum, gemeinsamer Kirchgang, Umzug mit Musik durchs Dorf, Kirchweihtanz, das Ausgraben und Vergraben der Kirchweih und anderes. Manches Brauchtum findet man nur noch selten. Im Thüringer Wald sieht man heute noch das im Banater Bergland geübte Hahnenschlagen (es wird kein wirklicher Hahn mehr erschlagen) oder die spaßige Verurteilung und Hinrichtung eines als Hahn oder Bär verkleideten Jungen oder die Bestrafung einer Strohpuppe. Das auch im Banat bekannte „Bockkegeln“ ist in Geldersheim bei Schweinfurt noch aktives Kirchweihbrauchtum. Der mit Bändern und Blumen geschmückte Schafbock geht dem Kirchweihzug voran, assistiert beim Kegelschieben und kommt dann als Braten auf den Kirchweihtisch. Ein kleiner Schwindel ist schon dabei, denn mit dem Kirchweihzug geht ein altes zahmes Schaf und in die Pfanne kommt ein junger Bock. In einem von Stefan Jäger gemalten Kirchweihzug sieht man, dass der geschmückte Kirchweihbock auch im Banat zum Kirchweihbrauchtum gehörte. Gefeiert wird auf dem Dorfplatz, dem Plan oder Markt, häufig um eine große Kastanie bei den Evangelischen und unter einer Linde bei den Katholiken. In Oberfranken findet man mancherorts noch eine Plattform im Geäst der Linde, auf der die Musiker sitzen.

Einen geschmückten Rosmareinstrauß, so wie es im Banat üblich war, habe ich in Deutschland noch nicht gesehen. Allerdings heißen die Kirchweihburschen im Rheinland „Straußbuwe“, was auf einen Strauß schließen lässt. Mancherorts wird mit einem Blumenstrauß getanzt, der von Paar zu Paar weitergereicht wird, bis ein Wecker klingelt. Mit dem Klingeln ist das Vortänzerpaar erkoren, das dann mit dem Kirchweihzug nach Hause begleitet wird und die ganze Gesellschaft bewirtet. Was wir „amerikanisch Verlezitieren“ nennen, stammt auch vom Rhein. Doch das Versteigern des Kirchweihstraußes und der abgeschnittenen Rosmareinzweige, im Banat Höhepunkt des Festes, fehlt in Deutschland.

Anmerkungen

(1) Vgl. dazu Hans Gehl: Donauschwäbische Lebensformen an der mittleren Donau, Marburg 2003, S. 167.

(2) Eduard Rühl: Sonderformen fränkischer Kirchweihen. Ein Beitrag zur Volkskunde Ostfrankens, Regensburg 1953, S. 115.

(3) Franz Klein: Billed. Chronik einer Heidegemeinde im Banat in Quellen und Dokumenten 1765–1980, Wien 1980, S. 245 ff.

(4) Hans Gehl: Lebensformen 2003, S. 164–169.

(5) Ludwig Schwarz: De Kaule-Baschtl. Bd. 1, Temeswar 1977, S. 243.

 
14.05.13

Buwe, was ham’mer heit? Vom Ursprung und Inhalt der Banater Kirchweih (2)

Von: Peter Krier

Mit Blumen, Bändern und Zweigen geschmückter Kirchweihhut aus Gochsheim

Kirchweih 2005 in Gochsheim nahe Schweinfurt: Beim Aufstellen des 30 Meter hohen, kronengeschmückten Kirchweihbaumes auf dem Festplatz. Fotos: Peter Krier

Zum unterfränkischen Kirchweihbrauchtum gehört auch der geschmückte Schafbock, um den herum die Planpaare tanzen.

Nach meinen Erkenntnissen ähnelt der Kern der Banater Kirchweih dem Brauchtum in Unterfranken, im Umkreis von Schweinfurt, am meisten. Hier bilden die ehemaligen freien Reichsdörfer Gochsheim und Sennfeld Hochburgen des Kirchweihfestes. Sennfeld war am Ende des Dreißigjährigen Krieges niedergebrannt und völlig zerstört; von den ehemals 600 Einwohnern lebten zum Kriegsende noch vier Dutzend. Als 1648 endlich die Friedensglocken läuteten, versammelten sich die Überlebenden vor der Ruine ihrer Kirche, berieten sich und beschlossen, ihre Kirm (Kirmes) trotz allen Elends zu feiern. Und so geschieht dies in ununterbrochener Tradition seit 364 Jahren. Nachgewiesen ist die Kirm schon im 15. Jahrhundert.

Unterfränkische Kirchweih in Gochsheim und Sennfeld

Wie im Banat gehen die Gerüchte und Mutmaßungen, wer wem den „Hut putzt“, schon im Frühjahr los. Zwei Wochen vor dem Fest, um den ersten Septembersonntag, bringt die Lokalzeitung die abgebildeten „Planpaare“, alles ledige Sennfelder, älter als 18 Jahre. Damit ist offiziell, wer mit wem gehen wird. Samstags beginnt das Fest mit dem Aufstellen des Kirchweihbaumes, einer 30 Meter hohen Fichte, die mit einem Pferdegespann, mit Musik und vielen Zuschauern zum Festplatz gefahren wird. Der kronengeschmückte Baum wird mit Muskelkraft, mittels Leitern, Hebescheren und Seilen hochgeschoben und gezogen. Zwischendurch gibt es immer wieder Trinkpausen, die Stimmung steigert sich, bis der Baum senkrecht steht. Dann bricht der Jubel aus und es wird getrunken. Gleichzeitig fahren die sogenannten Fichtenburschen und -mädchen – Jugendliche unter 18 Jahren – durchs Dorf und laden die Wirte und die Dorfobrigkeit zur Kirm ein. An den Häusern der Geladenen werden Fichtenbuschen befestigt, die Mädchen und Burschen werden bewirtet und die Musik spielt ein Ständchen.

Am Sonntagvormittag zieht der Kirchweihzug zur Kirche, wo ein feierliches Hochamt stattfindet. Die Planpaare tragen die alte Sennfelder Tracht: schwarze Schuhe, weiße Strümpfe, die Burschen altdeutsche Hosen, rote Westen und blaue Jacken. Auf dem Kopf tragen sie einen mit Blumen und Bändern geschmückten Dreispitz. Die Mädchen tragen dunkelfarbige Röcke, eine dunkle Seidenschürze, Leibchen, Schultertuch und eine schwarze, blumengeschmückte Haube mit Bändern. Im nur fünf Kilometer entfernten Gochsheim, wo die Kirm Kerm heißt, tragen die Mädchen lange, dirndlähnliche Seidenkleider, die Burschen haben einen Gehrock an und tragen einen mit Bändern geschmückten Zylinder.

Verlauf der Kirchweih in Unterfranken

Schon um 13 Uhr marschieren die Burschen wieder zum Plan, wo sie von kleinen Mädchen erwartet werden, mit denen sie tanzend die „Gänsedreckli aushätschen“, in Erinnerung an die Zeit, als der Festplatz noch nicht betoniert war und normalerweise den Gänsen gehörte. Anschließend werden die Kirchweihmädchen abgeholt und die Planpaare ziehen jauchzend zum Plan. Hier haben sich in der Zwischenzeit Hunderte Zuschauer versammelt, denn die in den großen Industriestädten lebenden Sennfelder, manche auch von Übersee, kommen zur Kirm nach Hause, dazu auch viele Gäste aus der Umgebung. Der Sprecher der Planpaare begrüßt nun die Ehrengäste, namentlich werden Bürgermeister, Pfarrer, Landrat und andere Persönlichkeiten begrüßt und mit einem Schluck geehrt. Wenn der Ruf erklingt: „Unser Bürgermester vivat, er lebe hoch!“, antworten die Burschen: „Hoch, hoch, hoch!“ und trinken den Begrüßten zu. Häufig ertönt der Ruf: „Uner Kirm“, mit der dreimaligen Antwort: „Sie lebe hoch!“ Dazu wird gejauchzt wie im Banat.

Im Nachbardorf Hambach ruft ein Planbursch: „Wam ghört die Kerwa?“ Worauf geantwortet wird: „Uner, uner, uner!“ Wenn es dann heißt: „War isst die Fisch?“, kommt die Antwort: „Mir“. Und auf die Frage: „War kriecht die Heringsschwänz?“ – „Die Dettelbrunner!“

Nach der Begrüßung und einer kurzen Ansprache eröffnen die Planpaare den Kirchweihtanz. Auf dem Plan werden nur Rundtänze, d. h. Volkstänze nach strenger Ordnung, getanzt. Die Runde beginnt mit einem Walzer, es folgt ein Rheinländer (zwei Schritte links, zwei rechts und zweimal drehen), danach ein Schottisch (polkaähnlich), je nach Stimmung kann noch ein Dreher (Schnellpolka) folgen. Während der Tanzpause gehen die Tanzpaare im Kreis herum; wenn die Musik anschlägt, bleiben sie stehen, warten vier Takte und beginnen alle auf einmal zu tanzen. Auf der Tanzfläche wird nicht rückwärts oder seitwärts getanzt, sondern nur gleichmäßig im großen Kreis vorwärts.

Wie im Banat, tanzt zuerst jeder Bursch mit seinem Mädchen, dann wechseln die Planpaare untereinander. Die Burschen laden danach ihre Mütter zum Tanz, bzw. die Mädchen werden von ihren Vätern zum Tanz aufgefordert, danach folgen die Geschwister und die Verwandtschaft. Die Gäste legen beim Tanz eine Münze in einen Teller. Das ganze überwacht der „Planhüpfer“ oder „Mundschenk“, der genau dieselbe Rolle hat, welche im Banat der „Kerweihnarr“ oder „Keiweihvatter“ ausübt. In Gochsheim hat der „Planhüpfer“, der wie im Banat eine weiße Schürze trägt, einen Schellenstock, mit dem er sich Gehör verschafft.

Am Abend verkleinert sich der Gästekreis etwas. Die Planpaare gehen zum Abendessen, wobei die Burschen eingeladen sind, wie bei Adam Müller-Guttenbrunns Susi und Adam Luckhaub, in „Meister Jakob und seine Kinder“. In der Zwischenzeit gehört die Tanzfläche den Alten. Nach einiger Zeit kommen sie wieder in lockerer Kleidung und feiern bis in den nächsten Tag hinein. Trotzdem geht es am Montag weiter.

Ausklang und Nachkirchweih

Am Vormittag werden den Planmädchen Ständchen gebracht und um 13 Uhr marschieren die Paare wieder auf. An diesem Tag tragen die Sennfelder Burschen Gehrock und Zylinder und die Mädchen festliche Kleider, die sie am Abend wieder gegen legere Kleidung tauschen. Auch montags wird bis spät in die Nacht auf dem Kirchweihplatz getanzt. Dienstags treffen sich die Sennfelder Klassen- und sonstige Kameradschaften in verschiedenen Wirtshäusern des Dorfes und feiern dort in kleineren Kreisen. Abends trifft man sich wieder am Plan. Und auch der Mittwoch ist Festtag, der Friedenstag. Die Sennfelder und Gochsheimer hänseln sich, wie die Jahrmarkter und Bentscheker; „Klosköpf“ und „Krauthätscher“ nannten sie sich. Natürlich gab es an der Kirchweih auch echte Streitigkeiten und manchmal auch Keilereien. Nun wurde damit endgültig Schluss gemacht. Die Sennfelder und Gochsheimer haben an ihrer Gemarkungsgrenze einen Friedensstein gesetzt und treffen sich dort am Kirchweihmittwoch zum friedlichen Umtrunk. Am Sonntag darauf findet wie im Banat die Nachkirchweih statt. Wieder wird auf dem Plan gefeiert und getanzt, die Planpaare tragen dazu erneut ihre Volkstracht. Erst um Mitternacht ist Schluss; die Kirm wird bis zum nächsten Jahr begraben.

Auch das Umfeld ist so wie im Banat; es gibt Ringelspiele, Schießbuden, Zuckerwatte und jede Menge zum Essen und Trinken. Typisch für die beiden Dörfer sind allerdings der wagenradgroße „Zwiebelploz“ in Gochsheim und der „Zwetschkenploz“ in Sennfeld. 

Wie im Falle des Dorfdialekts ist unser Kirchweihbrauchtum eine Mischung aus verschiedenen deutschen Regionen, der fränkische  Anteil scheint dabei zu überwiegen. Unser Kerweihbrauchtum hat alte deutsche Traditionen. Nicht nur weil es sich reimt, wird in den Kirchweihansprachen immer an die Ahnen erinnert, die den „Rosmarein vom Rhein“ mitbrachten; der Kirchweihstrauß ist pfälzisches Kulturgut.

Perspektiven der Banater Kirchweih

Schon vor Jahren stellte sich die berechtigte Frage, wie sich das wichtigste Banater Fest des Jahres, die Kerweih, nach der gänzlichen Aussiedlung weiterentwickeln wird. Inzwischen scheint eine Antwort darauf möglich zu werden.

1. Die zahlreich ausgetragenen Kirchweihfeiern in Deutschland sind wohl etwas anders geworden, als sie der älteren Generation aus dem Banat in Erinnerung geblieben sind, doch sie begleiten viele Treffen von Heimatortsgemeinschaften, um an die Heimattraditionen zu erinnern. Das Heimat- und Zusammengehörigkeitsgefühl rückt hier in den Vordergrund und schafft die Voraussetzungen zum gemeinsamen Feiern der überlieferten und auch erneuerten Bräuche. Ihre soziale Funktion schafft ihnen weitere Existenzberechtigung. Solange begeisterungsfähige Veranstalter die Jugend zum Mitmachen gewinnen, ist die Fortdauer der Banater Kirchweihfeier mit Trachtenpaaren und einigen Kirchweihsymbolen – wenn auch mit veränderter Funktion – gesichert.

2. Noch klingt in der Herbstzeit in einigen Banater Dörfern wie Pankota, Billed, Neuarad, Sanktanna, Hatzfeld oder Großsanktnikolaus der Ruf „Buwe was ham'mer heit“, obwohl in der Gruppe schon überwiegend rumänisch gesprochen wird. Die Kerweih lebt dort noch, sie ist heute eine Begegnung der Ausgesiedelten mit den Daheimgebliebenen und ihren früheren Nachbarn und Arbeitskollegen, eine Begegnung der Gegenwart mit den Erinnerungen. Es ist nur eine Projektion der abgeschlossenen Vergangenheit in die Gegenwart, die solange überleben wird, wie Erinnerungsträger sie bewahren und ihnen neues Leben verleihen. Danach wird das Fest in schriftlichen Aufzeichnungen, in Ton- und Bilddokumenten überleben. Tonträger mit einschlägiger Musik und Textbeschreibungen gibt es bereits viele.

3. Die Feier der Banater Kirchweih rückt heute vorrangig das Heimat- und Zusammengehörigkeitsgefühl in den Vordergrund. Das ist ihre Existenzberechtigung, solange ein Interesse der Banater Landsleute daran besteht. Und das ist anscheinend noch bei der Erlebnisgeneration und auch bei unserer Jugend der Fall. So wie die Ahnen das Fest einst aus dem Rheinland, Franken oder der Pfalz in das Banat brachten, haben Landsleute unser Kirchweihbrauchtum nach Deutschland, Amerika, Brasilien und sonstwo in die Welt mitgenommen. Der verstorbene Lehrer Hans Klein hat berichtet, dass in dem Städtchen Lefort, in North Carolina (USA), das von Banatern aus Josefsdorf gegründet wurde, seit 1893 pausenlos Kirchweih nach Banater Art gefeiert wird. Heute noch rufen dort junge Menschen, die der deutschen Sprache kaum mehr mächtig sind: „Buwe was ham'mer heit?“ – „Kerweih!“ Der Ruf wird noch solange erschallen, wie wir dieses schöne Fest erhalten wollen. Wir haben die Freiheit und die Möglichkeit dazu. Und unser überliefertes Brauchtum ist es wert, weiter erhalten und gepflegt zu werden.

 

 

Kirchweih im Banat

 

Bakowa

 

Erst vor den Toren läßt der Berg euch wirklich los.
Sein Atem kühlt noch euern Schlaf am frühen Tag,
doch abends hat er eure Kraft in seinem Schoß
und reift zur Nacht für neuen Spatenstich und Schlag.

Noch sind vom letzten Kalk die runden Giebel frisch.
Dem Wandrer alle Fenster gern entgegensehn
und laden ihn zu gutem Wort und heitrem Tisch,
auf dem die Gaben Gottes wie zum Gruße stehn.

Und aus den Kellern duftet kühl der gute Wein,
den Herz und Witz mit nie geschmähter Liebe zieht.
Ich heb´ den Becher in den roten Abendschein,
und im Bescheid erklingt uraltes Sommerlied.

Der Sonntag aber grüßt mit anderm Angesicht.
Der Himmel bleibt in seinem ruhig heitern Glanz,
und aus der kühlen Kirche strahlt ein stilles Licht.
Ihr betet kurz, zur Sonne aber steht ihr ganz. 

von Rudolf Hollinger
 


 

Eveline und Oswald Michael Wolf

in Bakowaer Kirchweihtracht

 

 

 

 

 

 

 

Bakowaer Kirchweih

 

 

Einer Bakowaer Familienchronik ist folgende Anmerkung entnommen:

 

..Früher – bis vor ca. 100 Jahren – war die Kirchweihtracht sehr einfach: die Mädchen trugen farbige Zeugkitteln, die Buben Zeuggewänder; der einzige Schmuck bestand aus Seidenbändern."

 

Den geschmückten Kirchweihstrauß bzw. Vortanzstrauß gibt es in Bakowa erst seit 1909.

 

Das Kirchweihfest ging über mehrere Tage.  Die Kirchweihpaare waren an allen Kirchweihtagen in der Bakowaer Tracht gekleidet, doch was die Farbe der Röcke und der Schultertücher anbelangt, gab es eine genaue Reihenfolge:

 

Am Kirchweihsonntag trugen die Mädchen die verschiedenfarbige seidenen Röcke und auch verschiedenfarbige seidene Schultertücher, am Montag weiße Röcke und grüne Kaschmirtücher, am Dienstag wurden Dirndl getragen und am letzten Kirchweihtag dem so genannten Nachkirchweihsonntag blaugeblümte Röcke und rote Kaschmirtücher.

 

Die Kirchweihbuben waren früher ebenfalls in Festtracht gekleidet.

Die Hüte der Vortänzer und der Geldherren waren ganz geputzt, d.h. die ganze Oberfläche des Hutes war mit Myrtensträußchen, Wachs- und Seidenröschen und Bändern geschmückt.

Alle Jungen trugen Leibchen mit dicken Silberknöpfen und auf der Brust eine „Ros“, ebenfalls mit Bändern versehen. 

 

 


 

Gerda und Michael Antretter

 in Ebendorfer Kirchweihtracht

 

 

Kerwei in Ebendorf

Wurde am Tag des Schutzpatrons St. Michael (29. Sept.) gefeiert bzw. am Sonntag danach.

 

Das größte Fest des Jahres dauerte drei Tage.

Am Samstag vor der Kerwei wurde von den jungen Burschen ein 20 m hoher Baum mit schöner Krone im nahen Wald geschlagen. Der „Maiepaam“ wurde dann beim Vortänzer geschmückt und abends mit Musik in der Dorfmitte getragen und aufgestellt. An einer bestimmten Höhe wurde ein Ring in den Stamm geschlagen, an dem der Hut , das „Tiechl“ und eine Flasche Wein befestigt wurden.

 

Die Kerwei wurde vom Vortänzer, der ein Rekrut in dem Jahr war, dem ersten und zweiten Rechnungsführer, sowie von den andern „Kerweibuwe“ organisiert. Die Burschen haben sich ein Mädchen ausgesucht und gefragt, ob diese mit um den Maibaum gehen würde. Das war doch Ehrensache und wurde mit Stolz von den Mädchen angenommen.

 

Die Kerwei wurde nach strengen Regeln abgehalten. Am Kerweisonntag trafen sich die Jungs beim Vortänzer und sind dann mit Musik zur Vortänzerin, wo sich die Mädels in fescher Tracht schon versammelt hatten. Am Sonntag trugen die Mädchen einen dunkeln Stoffrock, darüber ein weißes, reich „geschlungenes Fertuch“. Der „Oberstock“: ein weißes kurzärmiges Hemd, an den Beinen weiße Strümpfe mit schwarzen Halbschuhen.

Der Festzug, angeführt von dem Vortänzerpaar mit einem geschmückten Rosmareinstrauß, dem Kerweistrauß, setzte sich nun unter den Klängen der Musik in Bewegung und marschierte zur Kirche zum Hochamt.

Nach der Messe wurde die Vortänzerin mit Musik heimgespielt. Anschließend sind die Kerweibuwe mit Musik zum Pfarrer und Bürgermeister, um diese einzuladen. Danach ist jeder Kerweibu mit seiner Weinflasche, an der die Tombola Lose für Hut und Tuch befestigt waren, zu seinen Verwandten und Bekannten, um diese an den Mann zu kriegen.

Nach dem Mittagessen, welches die Jungs bei ihrem Mädel eingenommen haben, traf man sich wieder bei der Vortänzerin. Von hier ist man wieder durch das ganze Dorf marschiert, wo dann am Festplatz beim Maibaum das Hauptzeremoniell der Kerwei stattfand. Zur Eröffnung mußte das Vortänzerpaar zum Kerweiwalzer dreimal mit dem schön geschmückten Kerweistrauß um den Maibaum tanzen, der erste Rechnungsführer zweimal und der zweite Rechnungsführer dann noch einmal. Danach gesellten sich die anderen Kerweipaare auch dazu und tanzten mit dem Kerweistrauß. Der Vortänzer stieg auf das Fass und begrüßte die Gäste. Danach wurde der Kerweistrauß versteigert. Der Strauß wurde dann Rose um Rose, Zweig um Zweig verlizitiert, d.h. an den Meistbietenden verkauft. Der Erlös ging an die Vortänzerin, die den Strauß auch geschmückt hatte. So konnte mancher Junge seinem „Liebchen“ ein Rosmareinzweiglein ersteigern.

 

Dann war noch das Tombolaspiel . Aus den vielen Losen, welche die Kerweibuben an den Mann/Frau gebracht hatten, wurde nun der Gewinner des Hutes, Tüchl und Weinflasche ermittelt. Dieser Gewinner wurde abends von der Kerweigesellschaft und der Musik heimgespielt, wo man dann mit Wein und Schnaps bewirtet wurde.

Nach dem Abendessen traf man sich wieder bei der Vortänzerin und ist mit Marschmusik ins Festsaal, wo die Gäste schon auf die Kerweipaare warteten. Dann wurde bis in die frühen Morgenstunden getanzt, getanzt, getanzt.

 

Die gleiche Prozedur: Versammlung der Kerweibuben, Vortänzerin abholen, Aufmarsch und Tanzunterhaltung lief auch am Kerweimontag und Kerweidienstag ab. Nur hatten die Mädchen an diesen Tagen „Zizreck“ (Druckröcke) mit schwarzer Schürze an. Das Hemd konnte weiß oder auch aus „Ziz“ sein.

 

Für die Männer war das „Kegelscheible“ um den Schafbock das größte Vergnügen. Der Kegelwettbewerb dauerte von Kerweisonntag nach dem Hochamt bis Dienstag Abend, als die Glocken zum Gebet läuteten. Der Gewinner wurde mit seinem Schafbock nach Hause gespielt, wo er seine Gäste bewirten mußte.

 

Auch die Kinder hatten ihren Spaß, denn um den Festplatz waren ein Ringelspiel, Schießbuden und Stände mit allerlei verlockendem Krimskrams, Süßigkeiten, „Kfrorenes“...

 

Am Sonntag danach wurde die kleine Kerwei unter der gleichen Prozedur abgehalten, nur dass am späten Nachmittag der „Maiepaam – umkschmiß“ wurde. Unter Musikbegleitung wurde der Baum von den Kerweibuben auf den Schulter zum Besitzer getragen.

 

Das waren die örtlichen Feiertage – der Höhepunkt des Jahres- es wurde gegessen, getrunken, gelacht und gesungen, getanzt und wieder getanzt nach dem Lied: „Krumme Absatz, in a jedem Strumpf a Loch, aber drehen tu ma doch....“

 

So ging das Kerweifest vorbei, man erzählte noch lange davon und freute sich schon auf die nächste Kerwei!!!


 


 

 Kirchweih in Tschene (Schinni)

 


 

Das an Brauchtum reichhaltigste Fest war das ursprünglich dem kirchlichen Jahreskreis zugeordnete Kirchweihfest. Früher wurde das Kirchweihfest in Tschene im Monat Oktober gefeiert, als man die Ernte eingebracht hatte und mit der Feldarbeit fertig war.

Das eigentliche Kirchweihfest ist am letzten Sonntag im August. Es ist das Kirchweihfest der Kirche, die zum Schutzpatron des „Heiligen Augustini“ geweiht wurde.

Wochen voraus war die große Frage, welches Mädchen welchem Burschen den Hut verputzt.

Dass man dabei in den Hut-und den Bänderschmuck auch das Gernhaben und die Liebe einbinden konnte, wer wollte das bezweifeln?

Beim Hutputzen hielten sich die Mädchen streng an die Gepflogenheiten des Dorfes und verwendeten nur den jeweils üblichen Schmuck: Bänder in bestimmten Farben, Kunstblumen und Maschen. So war es in Tschene üblich, das man den Hutputz nur auf einer Seite, auf der linken Seite trug. Der erste und zweite Geldherr hatten den Hutputz mit weißem Band und Myrten, alle weiteren Kirchweihbuben nur weiße und rote Bänder. Alle Kirchweihbuben trugen schwarze Leibchen mit dicken Silberknöpfen, weißes Hemd und schwarze Stoffhosen.

Die Mädchentracht zu tragen setzte viel Geduld Willensstärke und Ausdauer voraus. Allein die Ankleidezeit forderte den Müttern und Töchtern eine enorme Geduldsprobe ab. Zuerst die weiße kurzärmlige Bluse darauf das schwarze Samtleib-chen, folgend die 3-4 auf die Länge aufeinander abgestimmten gestärkten Leinenunterröcke, wobei der Spitzensaum des einen Rockes den des anderen nicht überdeckte. Durch das Überwerfen des „brokatseidenen „ Überrockes kam die Kostbarkeit des Kleidungsstückes erst zur Geltung.

Nun kam das Schultertuch an die Reihe, oder „Halstiechel“. Es war gewöhnlich von zwei Brokat-Kopftüchern genäht und von wenigen Könnerinnen des Dorfes oder des Nachbardorfes mit „Handarbeitsfransen“ versehen. Äußerste

 

Wichtigkeit galt der „Zippe“, die unbedingt in der Mitte des Rückens sein musste, sowie die beiden „Flitsche“ links und rechts auf dem Brokatrock.

Die schwarze Schürze mit viel eingearbeiteter Spitze galt als Kontrast zu der hellen Kirchweihtracht, dazu auf die Schürze das hellblaue Band zu einer Schleife gebunden. Letzter Akt der Beklei-dungszeremonie war das Anbringen des Rosmareinstraußes und das Umbinden des Samthalsbandes. Auch der Haarpracht gab man eine besondere Aufmerksamkeit und so wurden diese zu Zöpfen geflochten.

Der sehnlichste Wunsch so mancher Mädchen war, Vortänzerin zu werden. Dies ließ sich so manches kosten, denn die Ehre musste bezahlt werden. Da es ja nur um Essen und Trinken ging, war man bereit das Opfer hinzunehmen und erfreute sich dafür das ganze Kirchweihfest über große Ehre im Dorf. In Tschene waren es der erste und zweite Geldherr, die für das Geldaufkommen und den geordneten Ablauf des Kirchweihfestes sorgten.

So lud man am Samstag Nachmittag mit Blasmusik und die mit Rosmarin und Bändern geschmückte Äpfel, die Obrigkeiten des Dorfes und alle deutschstämmigen, später auch Ungarn ein.

Sonntags morgens trafen sich die Kirchweihpaare bei dem ersten Geldherrn und mit Blasmusik und dem geschmückten Rosmarinstrauß marschierte der Kirchweihzug, der nur aus Kirchweihbuben bestand zur Vortänzerin, bei der sich alle Kirchweihmädels versammelten. Der 1.Geldherr überreichte der Vortänzerin den mit bunten Bändern geschmückte Rosmarinstrauß und lud sie zum Tanze ein. Nachdem stellte man sich paarweise auf und marschierte mit Blasmusik in die Kirche. Auf dem Weg hörte man von Weitem die Rufe der Buben:

“Buwe,was ham`r heit?“

und an jeder Straßenecke wurde ein „Kerwei-Stickelche“ eingelegt.

Der Gottesdienst war eigens für das Kirchweihfest zelebriert, wobei die ganze Gemeinde samt der Kirchweihjugend und dem Kirchweihstrauß den Segen erhielten.

Nachmittags begann das große Fest mit einem Aufmarsch durch das Dorf.

Auf dem Dorfplatz angekommen eröffnete der 1.Geldherr mit einem Kirchweihspruch die Kirchweih. Es folgte der Vortanz und danach wurde noch ausgiebig getanzt , gejuxt und das ganze Dorf war in Kirchweihlaune.

Am späten Nachmittag wurde der Kirchweihstrauß versteigert und danach Hut und „Halstiechel“ verlezitiert. Die fröhlichen Gewinner bekamen jeweils einen Extra-Tanz. Nach dem Kirchweihschmaus traf man sich Abends im Gemeindesaal zum Ball und da wurde das Kirchweihfest, ohne Tracht weiter gefeiert. Montags Nachmittags ging es weiter mit Aufmarsch und Tanzveranstaltung auf dem Dorfplatz. Am darauffolgenden Sonntag fand die Nachkirchweih oder „Kleine Kirchweih“statt, im gleichen Ablauf wie an dem vorigen Kirchweihsonntag. Aber auch dieses Fest hat mal eine Ende. Es wurde im Kirchenhof mit einer Flasche Wein und einem traurigen Blasmusikstück begraben. Für viele Erwachsenen und Gäste ging die Kirchweih mit vielen Tafelfreuden zu Ende. Aber auch das „Schauen-Gehen“ zählte zum Brauchtumskreis der Kirchweih. Wer „schauen“ gegangen war , der konnte ,wenn er heimkam, all jenen berichten die aus Gründen einer Krankheit oder des Alters an den Vorgängen nicht teilnehmen konnten.

Die großen Augenfreuden boten selbstverständlich die Kirchweihpaare in ihrer Festtagstracht.

In den Trachten findet man ein gutes Stück Kulturgeschichte des Banats.

Das sonntägliche Gewand war in der „Ordnung der Ehrfurcht“ geblieben.

Sich in diese Tracht zu kleiden erforderte Zeit und Geduld.


 

Familie Buchmann in Tscheneer Kirchweihtracht

Kathrin Neu und Rafael Wagner

in Sackelhausener Kirchweihtracht

 

Kirchweih in Sackelhausen

 

  

Es ist das Kirchweihfest, dass der deutschen Bevölkerung ein Überleben im Glauben an ihre Tradition, Kultur, und Religion ermöglicht hat.

 

Das Kirchweihfest in Sackelhausen wurde am ersten Sonntag im Oktober abgehalten. Es ist das Kirchweihfest der Kirche, die zum Schutzpatron des „Erzengels Michael“(29 Sept.) geweiht wurde. Erzengel Michael gilt als der mächtigste Erzengel, dessen Name „Wer ist wie Gott“ bedeutet .Er ist wohl der bekannteste unter allen Engeln und Erzengeln.

Die katholische Kirche der Gemeinde Sackelhausen wurde in den Jahren 1766-1772 erbaut und im Jahre 1772 geweiht. Da die Kirchweih in die Herbstzeit viel, erhielt sie auch gleichzeitig die Funktion eines Erntedankfestes. Wann die erste Kirchweih in Sackelhausen gefeiert wurde ist uns nicht überliefert, aber die letzte Kirchweih war im Jahre 1983.

In der letzten Woche vor dem Kirchweihfest liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Es wird geschlachtet, gebacken und Haus und Hof auf Hochglanz gebracht. Vor der Kirchweih wird jedes Haus frisch geweißelt(geweißt oder angestrichen).Lange vorher werden auch die Gäste aus nah und fern eingeladen. Auswärts wohnende Verwandte werden selbstverständlich auch erwartet.

Das ganze Dorf war in Erwartung und Aufregung.

Die Kleinen freuten sich auf die „Reiderei“(Pferdekarussel) und die größeren Kinder auf die „Fliehklunsch“(motorisiertes Ringelspiel). Die vielen „Tschad’r“ boten Zuckerwatte, „Allawitschka“, Ziehbälle, Sonnenbrillen, Trillerpfeiffen und vieles mehr an. Für die Buben war die Attraktion die Schießbuden. Und so „verpulverte“ man sein Kirchweihgeld das man von den Eltern, Großeltern und Verwandten zur Kirchweih bekam.

Als Kirchweihpaare konnten nur eine bestimmte Altersgruppe von Jugendlichen mitmachen.

Die „Kerweihbuwe“, traditionell der älteste Jahrgang Buwe im Dorf(gemeint sind die , die vor der Rekrutierung stehen) bestimmen den Vortänzer . In Sackelhausen ist es der Älteste , also der Erstgeborene vom Jahrgang, danach kommen der 1.und 2.Nachtänzer.

Eine große Rolle beim Organisieren und Finanzieren der Kirchweih hatten also die „Rekruten“ die in den späteren Jahren von einem “ Kirchweihvater‘‘ unterstützt wurden .Der Kirchweihwein wurde besorgt und da Sackelhausen kein Weingebiet war, musste man aus Weingegenden wie Mariafeld, Rekasch, Jahrmarkt oder anderen Weindörfern den Wein einkaufen.

Wochen voraus war die große Frage, welches Mädchen welchem Burschen den Hut verputzt. In den letzten Jahren wurden die Mädchen schon 1Jahr im voraus eingeladen.

Donnerstags vor dem Kirchweihfest brachten die Buben ihren Kirchweihmädels die Hüte ins Haus zum Verputzen.

Das man dabei in den Hut-und den Bänderschmuck auch das Gernhaben und die Liebe einbinden konnte, wer wollte das bezweifeln?

Manche Kirchweihpaare sind für immer ein Paar geblieben.

Der „Kerweihstrauß“, ein schön gewachsener Rosmarinstrauß wurde von der Vortänzerin verputzt. Viele bunte Bänder werden an die Spitze der Zweige in Schleifen befestig.

Der Hut wurde mit einem farbige Hutputz geschmückt. Der bestand aus mehreren aneinander gereihten Sträußen aus kleinen Spiegeln und Kunstblumen. Seitlich hing jeweils ein hellblaues Band herunter. Alle Kirchweihbuben trugen schwarze Leibchen mit dicken Silberknöpfen, weißes langärmliges Hemd und schwarze Stoffhosen, Stiefel oder Halbschuhe und auf der Brust ein Rosmareinzweig mit Schleifchen. Das Vortänzerpaar und die beiden Nachtänzer hatten auf der Brust ein Sträußchen vom Hutputz.

Durch die Jahre machte auch die Tracht einen Wandel mit.

Die Kirchweihbuben gingen in einem dunklen Anzug zur Kirchweih und die Brokatseide für die Kirchweihkleider der Mädchen wurde in Farbe und Muster vielfältiger und bunter. Samstags vor der Kirchweih gingen alle Kirchweihbuben zu der Vortänzerin vom Vorjahr und gruben die Kerweih aus -die Flasche Wein- die man im letzten Jahr eingegraben hatte.

Bei Musik und guter Laune unterhielten sich die Kirchweihbuben und feierten die Vorkirchweih.

 

 

Am Sonntagmorgen brachten die Mädchen die fertig geschmückten Hüte in die Häuser ihrer Buben. Die Kirchweihbuben besuchten anschließend die Verwandtschaft, Path und Goht und die Nachbarsleute um Lose für den Gewinn für Hut und Halstuch zu verkaufen, wobei es auch Kerweihgeld gab um die eigenen Ausgaben zu begleichen. Die Lose hingen an einer Weinkaraffe aus der man den Kirchweihwein zum Probieren anbot. Die Mädchen hingegen hatten mit dem Ankleiden der Tracht viel zu tun. Die Mädchentracht zu tragen setzte viel Geduld Willensstärke und Ausdauer voraus. Allein die Ankleidezeit forderte den Müttern und Töchtern eine enorme Geduldsprobe ab. Zuerst das weiße langärmlige Hemd darauf das schwarze Samtleibchen, folgend die 3-4 auf die Länge aufeinander abgestimmten gestärkten und getudelten (in runde Falten gelegte) Leinenunterröcke. Durch das Überwerfen des „brokatseidenen „ Überrockes kam die Kostbarkeit des Kleidungsstückes erst zur Geltung. Nun kam das Schultertuch an die Reihe, oder „Halstuch“. Es war gewöhnlich aus einem Teil, später hat man sich die Arbeit erleichtert und zwei Teile daraus gemacht. Das Tuch und die Flitsche, die mit Handarbeitsfransen versehen waren. Äußerste Wichtigkeit galt der „Zippe“, die unbedingt in der Mitte des Rückens sein musste, sowie die beiden „Flitsche“ links und rechts auf dem Brokatrock. Die schwarze Schürze mit viel eingearbeiteter Spitze galt als Kontrast zu der hellen Kirchweihtracht, dazu auf die Schürze das hellblaue Band zu einer Schleife gebunden. Letzter Akt der Bekleidungszeremonie war das Anbringen des Rosmareinstraußes und das Umbinden des Samthalsbandes. Auch der Haarpracht gab man eine besondere Aufmerksamkeit und so wurden diese zu Zöpfen geflochten, in den darauffolgenden Jahren gab es auch modernere Frisuren.

 

Die Mädchen trafen sich nun bei der Vortänzerin und die Kerweihbuben beim Vortänzer. Die Buben holten die Mädchen mit Marschmusik  zum Kirchgang ab. Das Hochamt wurde festlich von Chorgesang und Blasmusik umrahmt, wobei die Kirchweihpaare im Kirchengang standen. Nach der Messe ging der Kirchweihzug mit Marschmusik zu den „Dorfoberen“ um diese zum Fest einzuladen. Dies waren : der Pfarrer, der Richter (Bürgermeister), der Arzt und der Schuldirektor. Die Einladung sprach der Vortänzer aus und überreichte eine Quitte mit einem Zweiglein Rosmarin, die von zwei Jungen auf einem Tablett getragen wurden.

Am Nachmittag ging es wieder mit Marschmusik durch das Dorf. Es hallten die Rufe der Buben:“Buwe, was han mer heit?“

„Kerweih“!

An jeder Straßenkreuzung hielten sie an und feuerten die Blasmusik an, ein“ Kerweihsteckelche“ zu spielen.(Tanz im Reigen.)Es bildeten 3-4 Paare einen Kreis und drehten sich mal nach links und mal nach rechts und manchmal so schnell, daß die Mädchen den Boden unter den Füssen verloren und regelrecht von den Buben im Fluge getragen wurden. So ging es bis zum Festplatz oder Faß. Hier warteten die Zuschauer schon auf die Kerweihpaare. Für die Musik hatte man in die Mitte des Platzes eine Bühne aufgebaut. Davor stand ein Faß und ein Kirchweihbaum unter dessen Krone Hut und Halstuch hingen. Die Kerweihpaare stellten sich im Halbkreis vor die Bühne : die Mädchen vorne und die Buben hinter ihren Partnerinnen.

Nach den Klängen der Marschmusik schritt der Vortänzer mit dem Kirchweihstrauß in der Hand bis vor die Bühne und stieg auf das Faß. Der Vortänzer trug den Kerweihspruch vor , danach folgte der Vortanz, ein Ländler. Er galt als Ehrentanz für das Vortänzerpaar, das nun vom Publikum bestaunt und bewundert wurde, wie sie um die Bühne tanzten.

Es folgten die Nachtänzerpaare und danach alle Kirchweihpaare. Jetzt konnte man die ausgelassene Stimmung der Kirchweihpaare von Weitem hören.

Ein Höhepunkt des Nachmittags war der „Tellertanz“. Dies war ein Tanz  in dem die Kirchweihgäste mit den Kirchweihmädels oder -buben tanzen konnten, aber nicht ohne eine kleine Geldspende in den Teller zu legen. Als Dank konnte man noch ein Gläschen Wein probieren.

Die Geldspende war eine große finanzielle Unterstützung um besser über die Kirchweih-Ausgaben zu kommen .

Bis in die Abendstunden wurde getanzt. Es folgte das Verlosen von Hut und Halstuch. Der Gewinner wurde in Begleitung von allen Kirchweihpaaren mit Marschmusik nach Hause begleitet.

Am Abend trafen sich die Kirchweihpaare im Tanzsaal , wobei die Mädchen ihre Tracht abgelegt hatten.

Um 24 Uhr wurde die Unterhaltung durch eine Essenspause unterbrochen und man traf sich jeweils 3Paare immer bei einem anderen Mädchen zu Hause. Danach kehrte man in den Tanzsaal zurück und feierte bis in die Morgengrauen. Auch am Kirchweihmontag und am Nachkirchweih-Sonntag feierte man mittags am Faß und abends im Saal, dabei führte der jeweilige Nachtänzer den Kirchweihzug an.

Die Sackelhausener feierten die Kirchweih drei Tage und drei Nächte , danach wurde sie begraben. Es wurde eine Weinflasche bei der Vortänzerin im Garten in ein Erdloch gelegt und diese bei Trauermusik laut beweint. Das Ausgraben dieser Weinflasche leitete den Beginn der nächsten Kirchweih ein.

 


 

Sanktannaer Kirchweih

 

 

Aufgaben der Geldherren und Ablauf

der Kirchweih in Neu-Sanktanna

 

Das Mädchen, welches bei der Kirchweih im letzten Jahr den Strauß gewonnen hatte, wurde im darauf folgenden Jahr mit ihrem Tanzpartner zum 1. Geldherrenpaar. Als 2. Geldherrenpaar wurden meist die Freunde des 1. Geldherrenpaares oder aber ein von der Jugend bestimmtes Kirchweihpaar benannt. Diese Geldherrenpaare hatten die Aufgabe, das Kirchweihfest der Jugend zu organisieren und für einen reibungslosen Verlauf zu sorgen.

Die Kirchweihfeier in Neu-Sanktanna war immer an dem auf den 26. Juli „Jakob und Anna" folgenden Sonntag.

Entweder wurde der Priester angesprochen den Kirchweihspruch zu schreiben oder aber eine andere begabte Person aus dem Ort. Vom Kulturheimdirektor musste die Genehmigung für den Saal (Bauern-vereinshaus) eingeholt werden. Die Termin- und Preisvereinbarungen mit der Blaskapelle (Alte, Mittlere und Junge Bläser) erfolgten. Meist wurde der gleiche Festpreis wie bei der vorherigen Kirchweihfeier mit der Blaskapelle vereinbart. Die Blaskapelle zog am Samstag mit den Jungen, die sich in Tracht an der Kirchweihfeier beteiligen wollten (Puschâpuwâ), durch die Straßen der Marktgemeinde, um die Landsleute und deren Gäste zur Kirchweihfeier einzuladen. Am Sonntag begleitete die Blaskapelle die Trachtenpaare am Vormittag mit Marschmusik zur Kirche und am Nachmittag zum Kirchweih-baum. Danach spielte sie zum Tanz auf und am Abend beim Kirchweihball. Für den Nachball der jungen Kirchweihtänzer wurde mit einer moderneren Musikband (z.B. Toni Müller) gesprochen. Der Nachball war am Montag nach dem Kirchweihfest und am Samstag danach. Er fand immer bei dem Mädchen statt, das den Strauß gewonnen hatte, also die 1. Kirchweihtänzerin des folgenden Jahres sein würde.

An der Weinprobe nahmen die 1. und 2. Geldherrenpaare und deren Eltern teil. Das Geld zur Finanzierung der Kirchweihfeier wurde meist von den Eltern des 1. Geldherren vorgestreckt und nach der Feier wurde abgerechnet.

Eingekauft wurden:

- Schulhefte, die zu Tombola-Lose geschnitten wurden

- Tinte für das Stempelkissen (Tombola stempeln). Der Stempel und das Kissen wurden von einem Jahr zum anderen weitergegeben.

- Tuch und Hut für die Versteigerung

- Blumen zum Schmücken des Kirchweihbaumes (zum Teil wurden auch Blumen gespendet)

- Efeu und Blätter wurden von der Getreidesammelstelle neben dem Bahnhof geholt

- Getränke, Sodawasser und Wein wurden bestellt. Wegen der hohen Sommertemperatur wurde kein Schnaps besorgt.

- Kuchen für die Blaskapelle und die Kirchweihmädel wurden von den Tänzerinnen (je ein Teller) gebracht.

 

Ablauf am Samstag Vormittag

 

 

 

 

Treffpunkt der Buben war um 9 Uhr beim Bauernvereinshaus.

Die Eltern der Kirchweihtänzer standen ihren Söhnen zur Seite und halfen beim Schmücken und Aufstellen des Kirchweihbaumes.

Das Aufstellen geschah mit Scheren (zwei Kanthölzer), Leitern und Stricken. Das Loch, in welches der Baum gestellt wurde, war eine Vorfertigung.

Die Bühne für die Blaskapelle wurde aufgebaut, das Fass für die Geldherren neben den Baum gebracht. Auf dem Fass stand „Kirchweihfest Sanktanna und die entsprechende Jahreszahl".

Einer der Jugendlichen spielte Akkordeon und sorgte so für gute Laune. Nachdem der Kirchweihbaum aufgestellt war, wurde um diesen eine Runde gedreht, Wein getrunken und gesungen.

 

Ablauf am Samstag Nachmittag

 

 

 

 

Die Kirchweihtänzer(Jungs) trafen sich um 17 Uhr beim 2. Geldherrn, wo die Blaskapelle drei Tänze spielte. Der 2. Geldherr lud seine Eltern zum Kirchweihfest am Sonntag ein.

  
 

 

 

 

das 1. und das 2. Geldherrenpaar, danach folgten die weiteren Kirchweihpaare. Man begab sich zum Pfarrhaus, um den Priester und dessen Gäste zum Gottesdienst abzuholen.

Der Festzug vom Pfarrhaus zur Kirche bestand aus dem Priester und seinen Gästen, gefolgt von den Kirchweihpaaren, der Blaskapelle, dem Kirchenrat und den Gläubigen.

Der Einzug der Kirchweihpaare in die Kirche wurde musikalisch begleitet, bis die Sträuße auf der Kommunionbank auf einer Vorrichtung standen. Danach folgte die hl. Messe, in Sanktanna auch Hochamt genannt. Am Ende der hl. Messe schritt der 1. Geldherr mit seinem Kirchweihstrauß in der rechten Hand zum Altar und sagte seinen Spruch vor der Kirchengemeinde und den anwesenden Gästen auf. Danach bat er den Hauptzelebranten der Messe im Namen der Kirchweihjugend, den Strauß zu weihen, was dieser auch tat.

Anschließend zogen die Kirchweihpaare in den Pfarrhof, wo drei Tänze gespielt wurden. Der Kirchenrat, die Kantorin und der Messner schenkten Schnaps, Wein, Limonade und Wasser an alle Anwesen-den aus.

Anschließend gingen die Jungs mit ihren Mädchen zum Mittagessen.