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2016 Weihnachtsfeier
 

Literatur  

Herta Müller

Atemschaukel

 Erich Georg Gagesch

... denn unsere Sehnsüchte sind schmetterlingsbezogen 

Noch immer

wächst

die Diestel

auf der Heide.

Sie kümmert sich nicht darum,

welche Sprache der Mensch spricht,

der sie

mit seiner Hake

abschlägt.

 

Noch immer

blüht

der Klatschmohn

am staubigen Wegrand,

wo Menschenschicksale

und Zeiten vorüberziehen

wo Worte

unverändert

auf nach Tränen lächzende Schollen

fallen.

 

Doch die Giebel

der Häuser

ächzen unter der Zeit der Lieblosigkeit

und verwehrten Zuwendung.

Das verwitterte Tor

erleidet das Schicksal

der Nutzlosigkeit.

 

Es fehlen Hände

die Verbundenheit fühlen.

 

Es fehlen die Herzen,

die lieben.

 

Wir sind wie

Wurzeln ohne Erdreich,

Stämme ohne Wurzeln,

Äste ohne Stämme,

Blätter ohne Äste.

 

Wir haben uns losgelöst,

von allem,

was uns halten kann.

 

So leben wir

wurzellos,

stammlos,

astlos,

blattlos,

und staunen,

daß keine Raupe

unserer Rinde

ihren Verwandlungsschlaf anvertraut,

kein Vogel

auf unseren Ästen

sein Lied singt,

keine Knospe

sich entschließt,

in uns zu blühen.

 

Wir verwechseln

das Bedürfnis nach

Freiheit

mit den Begriffen

ungehalten,

ungebunden,

zügellos.

 

Sehnsucht

Du kannst nur Sehnsucht haben,

nach dem

was aus deinem eigenen,

tiefsten Sein,

gewachsen, oder nach jenem,

den du

in Stille und Geduld

Zeit gelassen hast,

in dich

hineinzuwachsen,

um dich

zu prägen.

 

Was nützen

dir, Mensch,

täglich tausend Eindrücke,

was nützt dir

die sorglose Sicherheit

des Alleshabens,

wenn dir die wunderbare Kraft

der unbändigen Sehnsucht

fehlt.

 

 

 

 

 Erich Georg Gagesch

-geboren 1952 in Bernhardsthal/Österreich

-aufgewachsen in Siebenbürgen und Banat

- hauptberuflicher Kirchenmusiker in Großsanktnikolaus/Banat
- seit 1977 in Singen/BRD als Organist, Chorleiter, Katechet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Ein Hauch von Heimat"

von Margaretha Mayer

 

 

" Wo ist deine Heimat?"

 

So oft schon wurde ich gefragt:

"Sag an, wo ist die Heimat dein?"

"Im Herzen mein, hab ich gesagt,

Da wohnt "der Alten Heimat" ewig Schein"

 

Mit Seidenfänden zart verhüllt,

Seh' ich vor mir manch' liebes Bild.

Dann Freud und Wehmut mich begleiten

Zurück in unvergeßliche Zeiten.

 

Trieb Schicksal mich auf Wanderschaft,

Fand ich doch heim durch Vaters Kraft.

Heimgekehrt nach über 200 langen Jahren

Ist ein Spross' seiner Ur-Urahnen.

 

Wahrlich, getreu und lebensnah

Stehst du "Neue Heimat" vor mir da.

Frei der Mensch und frei der Geist

Wo oberstes Gebot "Frieden" heißt.

 

Hier will ich leben in Freud' und in Not,

Wenn ich nur habe das "Tägliche Brot".

Einst Ruhe finden in deinem stillen Schoß!

So Gott will! Das ist mein Los!

 


 

 "Ein Hauch von Heimat", Margaretha Mayer

erschienen im Oswald Hartmann Verlag

74372 Sersheim

 

ISBN: 978-3-925921-66-7



         Es geht ein Volk auf Wanderschaft

                             Volksgut

                                                                    

 

Es geht ein Volk auf Wanderschaft

  Wo kommt es her?

Wo geht es hin?

Wer rief es auf?

Wie ist sein Lebenslauf?

Der Ruf kam von der Kaiserin.

Land zu gewinnen war im Sinn

Sie fanden nur Leid und Not

Für viele war's der sichere Tod.

 

(2010 wurden nachfolgende Zeilen von mir ergänzt)

 

    " Wer trieb's von hier?

      Wer hat es lieb?

      Wer nahm es auf?

      Wie ist sein künftig Lebenslauf?

      Zum Urquell kehrte es zurück,

      Hoffend auf das wahre Glück.

      in seinem Volke geht es auf.

      Das ist sein sicherer Lebenslauf!,,

 

Margaretha Mayer,Lehrerin i.R.


 

 

Es Gewittr

                                            Maria Ebner

 

Patschnass vum Feld sin kumm

de Himml schwarz, ka bische Sunn.

Kukruz hacke war mr gween,

doch hot frjaat uns de Reen.

Kummst hoom ganz nass,

wie hoomlich im Haus,

Hinglchr unr der Gluck schaue raus,

Katze schmaichle um dei Fies,

wie sein se froh; dass jemand is

im Haus, in dr Kich de Owe brennt,

die Mottr hin un her schun rennt.

Es Nachtesse kocht schun im Tippe,

Bohne, Speck un Schweinerippe.

Wie glicklich denkt mr oft noch dron;

mein Gott wie scheen wars im Banat drhom.

 

 


Mei Muttersproch 

Catherine Filippi Grosskopf

 

Mei Muttersproch is Schwowisch,

ihre Zärtlichkeit die lob 'ich.

Net jeder kann se glei versteh'n,

drom,denk ich,is se gar so scheen.

Mr kann drbei a schmunzle,

on krit drvon ke Runzle.

Drhem han alli so geredt,

es war for niemande e Gfrett.

Hochdeitsch hat mr in dr Schul' gelernt,

von guter Schrift hat jeder gschwärmt.

Mr soll sich net verhehle,

for Schwowisch zu verzähle,

weil Schwowisch doch net jeder kann,

Hochdeitsch awer jedermann!

 


 

Sonntachs

Catherine Filippi Grosskopf

 

Hinglsupp on Gappersoß

esse Schwowe kleen on groß.

Des is e Moodi von drhem

ke bessres Esse hat's net gen.

Frieh morjets is die Mutter gang

on hat des armi Hingl gfang,

sauwer no de Hals abgschniet,

met heissem Wasser abgebrieht,

geputzt on's Engewed rausghol;

do war jo's Tippe schon ball voll.

Vertranscheert hat se's vorher noch

met Grienzeich hat des gut geroch!

 

Zwiewel, Knowl frisch vom Garte,

geele Riewe aa ganz zarte,

sen gekocht gen-bis se waich-

die Nuddle ware vom eigene Taich.

Die Krombeer hat net derfe fehle,

for e jed's hat mr eeni misse schäle,

zum Hinglfleisch drzu no geß,

drbei die Soß aa net vergeß.

Ob Sonntach oder Feiertach,

's war annerscht doch wie alle Taach.

Des war e gudes Schwowe Esse,

Seiner Lebtaach werr ich's net vergesse!

 

 


 

Drhem

Catherine Filippi Grosskopf

 

Mei Großi hat gsaat ich soll nor scheen folche:

"Mach deine Leit ke große Sorche"!

Mei Großi hat gsaat:"Geh nor scheen hem von dr Schul,     

tu fleissich lerne on net von dumme, unnetiche Sache schwärme".

Mei Großi hat gsaat:"Net vergesse zu bete vor'm schlofe gehn on net morjets ungekambelt aus'm Haus geh'n"!

Mei Großi hat gsaat, ich soll nix holle von anre Leit,

weil des doch raus kommt mit dr Zeit.

 

Mei Großi hat gsaat, ich soll net mit Taugenixe

en de Gasse rom laafe:"Des tut ke gut",

aa net mit Buwe raafe!

Mei Großi hat gsaat, ich soll drhem arweite lerne

on Stremp stricke for die Fiess mr wärme.

Mei Großi hat gsaat:"Net die Kumrade en dr Schul

an de Zepp roppe

on net die Buwe en dr hinnerscht Bank so arich foppe"!

Mei Großi hat gsaat:"Loss dich net iwerrede von annere Leit,

net verdumme losse, sei norre gscheit"!

 

Mei Großi hat gsaat:"Net mit alde Leit de narre mache,

tu ne liewer helfe wie hinnerwärts auslache"!

Mei Großi hat gsaat, ich soll mit Reibhelzer net spille,

wann's Haus mol Flamme fangt, no kann mr's nimmi stille !

Eigentlich hat die Mutter des alles gsaat;

die Großi natierlich, die gleich Meinung haat.

Die Folgsamkeit war ohne Zweifl verlangt,

on dr Großi ihre Wort war des aa im Stand.

Drzu han se meischtns alli zwaa gsaat:

"Wannscht brav bischt, bischt du a mei Maad"!

 

 


 

Maulbiere

Catherine Filippi Grosskopf

 

Maulbiere, zeidiche falle vom Baam,

Ich gsiehn se heit noch nachts em Traam.

Mr hat gschiddlt die Näscht - es Fruchttuch ghall,

wie Reen vom Himml sen die Maulbiere nin gfall.

Mol jiwe, mol driwe is gschiddlt gen, fescht,

bis alli leer ware, die ganze Näscht!

 

 

Ens Faß sen geleert gen, alli offnanner,

die weiße on rote on bloe dorichnanner.

Dort han se gegährt no e Zeitlang em Faß,

wie de Racki gebrennt war haat mr de Spaß.

Die Männer han do drmit de Mae kuriert

on die Bsoffene, de Racki zu oft prowiert!

 

 

Die Gäns hat mr oft gsiehn unner em Maulbierebaam,

sie ware eifrich am fresse - net eeni war lahm!

Die Hausfrau hat lang schon gewart off die Halt,

manchesmol ware die Fieß ihr schon kalt.

Sie sen wacklich getorklt offm Hemwech so staad,

weil die Maulbier de Racki schon en sich haat!

 

 


Leckwar

Catherine Filippi Grosskopf

 

De Weidling steht mit Kwetsche voll,

geplickt, gemahlt on bloo;

han Gläser aus dr Speis raus gholl,

a's Pergamentpapier leit do.

 

Em Sparherd is schon tichtich Glut,

nor schnell es Tippe raus;

de Zucker dran,no reehre gut,

sonscht geht noch's Feier aus!

 

Mr scheert on reehrt de ganze Taach,

leet Kolwe ständich noo.

Heit get sonscht weider nix gemach,

wie Leckwar, rot on bloo.

 

Die Kwetsche qualle roff on nuff,

sen fertich in paar Stunn.

Mr hat genuch schon von dem Duft;

ens Glas gscheppt - zugebunn!

 

Off hochem Schank, scheen en dr Reih,

steh'n Gläser wie Zaldate;

's sen Kersche, Obst so paarerlei,

was mir em Garte haade.

 

Umortegläser, newe dran,

sen engeleet on schwer.

An Wintertääch esst mr drvon,

no sen se nomol leer!

 


 

 

De Schwob an dr Himmelstier

 

 Peter Kraemer

 

E jeder wees, mer muss moll sterwe,

sunscht bleibt nix for unsri Erwe.

So kummt de Schwob aach eemoll d'ran

weil kenner for ewich leewe kann.

 

Bei der Himmelstier, do kloppt er noo,

"Mach uff, e braave Schwob is doo."

So langsam geht die Tier dann uff:

"Wu is mei Platz? Wu kheer ich hinn?

Ich kumm bestimmt in de Himmel rinn!"

 

De Petrus geht de Herrgott holle,

der hat de Schwob was frage wolle.

"Du hascht dei Hemm unn Hof verlore?

Im Lager bischt du ball verfrore?

Ich wees, des Lewe war der schwer.

Mer treibt eich Schwowe hinn unn her.

Wann du jetzt glaabscht ich garantier'

dir de Eintritt in die Himmelstier,

noo bischt du err, bei deiner Sach'

Soo leicht werd'dir dess nett gemach.

unn wann du wirklich glaabscht du bischt,

e anständiger, braver, guder Chrischt,

Noo loss mich dir dess moll erkläre,

Jetzt bischt bei mir, unn muscht moll here:

 

De Herrgott sollscht du efter loowe,

unn nett so aarch im Haus rummtoowe.

Hascht gschennt derhemm, so wie e Dunner,

kheerscht nett doo ruff, du kherscht dort nunner.

Du mennscht ich soll der jetzt verginn?

Unn willscht gleich in de Himmel rinn!

Im Fegefeier sollscht erscht soode,

dei Dickschädel erscht moll gut verbroode.

unn tuscht dann erscht tichtich schwitze,

noo werscht dich efter moll hinsitze

unn denk e bissel nooch doo driwer

soo leicht, so kummt mer nett doo riwer.

Du muscht mich efter eschtermiere,

sunnscht tuuscht dei Platz doo ganz verliere.

Jetzt geht's der korz bis an de Kraache,

Gell, dess leit nett gut im Maache?

Beim Kartespille hascht oft betrooge,

die anri Spiller noo angelooge!

Uff em Johrmarkt khandelt mit de Pherd,

die waare nett moll e Kreitzer wert!

Die Predich vumm Pharre war dir zu lang,

bischt zwischer dorch ins Wertshaus gang.

Die Hosseknepp in de Klingelbeitel werfe !

Etwas awer sollscht schunn wisse,

for dei Sinde muscht du biese.

Ich druck e Aug' moll widder zu

un loss dich jetzt moll erscht in Ruh.

Iwerleg der's jetzt unn denk moll nooch.

Wie saat mer's in deiner Mottersproch?

"Du sollscht de Herrgott immer loowe!

Dess gillt genau so, for eich Schwowe.

Ihr sollt vergesse, unn verginn,

unn doch nett immer soo dickkoppich sinn.

 

Ich hann e Herz, du tuuscht mer leed,

ich mach der jetz' moll e groosi Freed.

Ich kann soo lang uff dich nett warte,

Die Engle im Himmel spille aach Karte.

Soo kumm nor rinn, unn sitz dich an de Tisch,

die Karte sinn schunn längscht gemischt."

 


 

Lamentiere

Peter Kraemer

 

Wie ich e kleene Buu noch war,

Des is schunn vor langer Zeit,

do hat's noch nett vill Spielzeich ginn,

un mir hann uns aach recht g'freit.

Mir sinn Reef gelaaf un Schlittschuh g'fahr,

hann Klickre g'spillt un Pollerloch,

sinn mit em Strick k'hopst, hann Katschkei g'schlah,

un villes anri noch.

Khe Maulbiere-Baam un Vogelneschter,

ware uns nett zu hoch.

Mit dem Kambel un mit Fliespapier,

so hann mer Musich g'macht.

Un hat mol eener Witz verzählt,

no hann mer alli g'lacht.

Mit der Bratschkei hann mer Veegl g'schoss,

beim Brunneloch uns runner g'loss,

sinn in der Kaul ganz nackich g'schwumm,

hann mit em Knoche g'macht e Brumm.

Ihr liewi Leit, die Zeit war scheen,

ich winsch, ich wär noch mol so kleen!

 


 

 

Dem Akazienbaum
 
von Ewald Mayer
 
Hab gelauscht
den Blättern Deinen zarten,
die im Wind gerauscht
an meinem Garten.
 
Deiner Blüten Duft
habe ich genossen.
Verzaubert war die Luft
als sie im Mai mir sprossen.
 
Verzeih, dass ich als Kind
sie Dir entriss
und von Gefühlen blind
zur Erde schmiss.
 
Von den schlanken Stielen
Deine schönen Blätter schlug
dass sie in den Abgrund fielen
auf ihrem letzten Flug.
 
Hörte nicht Dein Herz
als ich Deine Zweige brach,
trotzte nur dem Schmerz
wenn ein Dorn mich stach.
 
Heut bin ich gebrochen
nach des Schicksals Krieg.
In` s Herz bin ich gestochen,

bereue über Dich den Sieg. 


 


 

Frühlingsgefühle
 
von Ewald Mayer
 
Oh Winter geh,
samt Deiner Pracht,
dem Eis und Schnee,
lass los von kalter Macht.
 
Frühling komm herbei,
mit milder Luft,
lass uns tanzen in den Mai
und atmen Deinen Duft.
 
Lass Deinen Zauber spüren
und fühlen junges Leben.
Lass die Seelen sich berühren
und vor Glück die Herzen beben.
 
 

Das Leben
von Ewald Mayer
 
 
Weit sind schon die Kindertage,
blicke ich zurück.
Geblieben ist noch manche Frage
und des Weges kurzes Stück.
 
Ein Leben reicht nicht aus,
zu lösen alle Fragen.
Unsere Kraft, nur einer Maus,
das Schicksal muss man tragen.
 
Manche Liebe Illusion,
kostet viele Tränen.
Recht und Freiheit ist Vision,
Glück, der Traum aus Plänen.
 
 

 

 

 Am Heiligen Abend

von Ewald Mayer
In den Straßen Lichterketten,
erhellen die dunkle Nacht.
Ein Kind kommt uns zu retten,
gesandt in Gottes Macht.
 
Schnee knirscht unter Füßen.
Menschenmassen sammeln sich,
an der Krippe zu begrüßen,
ihren Heiland inniglich.
 
Kleine Kinder in der Kälte,
fahren glücklich Karussell.
Süßer Duft aus jedem Zelte,
ladet ein an seine Quell.
 
Gegen Kälte gut verhüllt,
die Eltern trinken glühend’ Wein.
Alle Herzen sind erfüllt,
von Glück und Sternenschein.

 


 

 

Schatzgrewer aus‘m Banat

 

von Margaretha Mayer

Sackelhausen/Pfullingen

 

 

`s leit a Dorf en d’r „Alt-Heimat“, em Banat,

was ke Fluss, ke Berch on ke Hiwl hat.

„ Ongeeignet for de Weinbau!” han die Alte g’sat.

„Mir setze liewer Kukrutz, der brengt och Loob“

 

D‘r Vatter awer hat’s Geheimnis gekennt,

Wie mer oh en d’r Ebene Wein gewennt.

Jetz awer es’r a schterweskranker Mann!

Er ruft sei Kenner om sei Bett z‘amm:

 

„Ich genn eich noch a gude Root,

well’s es och jetz noch net zu schpot:

En ons’rem Weingarte ruht a gross‘r Schatz!

Dir wert glei frooe:“ An wellem Platz?“

 

Doch ohne Fleiß on grosser Mieh‘

Kommt kanner en sei Besetz-nie!

Reichlich belohnt gefft eijer Schtrewe!

Dä Schatz wert d’r sicher an’s Licht hewe!

 

Grobt norr! Grobt emmer weid’r!

Grabt met Eiff’r!

Noo geht em Vatt’r de Ochtem aus,

sei Seel schwebt leicht beim Fenscht’r `naus.

 

Geruht hat d’r Weingarte sechs Wuche-lang.

Noo hann die Sehn met’m Grawe oong’fang.

D‘r bei hat se großi Neigier oorich geploot.

Äner de anre noo sein’r Maanung hat g’froot.

 

Met Schpode, Hacke, Reche, Krampe,

met Kerb on Seck, met’m schwääre Schtamp’r

woore die Schatzsuch‘r tichtich ausgerischt

on off’m Woon hat geruht a leeri Kischt.

 

Gegrobt han die Männer bis schpot en die Nacht,

Die Schturmlant’r hat ne k‘hall die nächtlich Wach.

Nass wor’s Hemmed, Wasserblodre an de Hänn`‘:

„Wann kommt endlich des langersehnte Enn?“

 

A roschtiches Hufeise hat d’r Bu iwerraschend fon.

Des hat’r no glei seim Vatter gebrong.

„ Vatter, des es sicher von friehjer, aus d’r Terkezeit,

Von damols wie Prinz Eugen’s Banat hat befreit.

 

Des Hufeise es sicher ä teires, ä wertvolles Schteck,

des brengt ons sicher des ganz große Gleck“!

D’r Vatter d’roff männt: „Des kann schon senn!

Ich growe awe’r bis ich des V’rschproch’ne fenn.“

 

Ka Krimmelche es off’m Annre geblieb;

M’r hat die Ärd‘ sogar g’schitt dorch’s feine Sipp!

Emmer meh Zweifl kommt off, donkle Gedanke,

D’r Gloowe an de Schatz kommt schon enn’s Wanke.

 

Ä winzichklääner Funke han die Rewe getraa

ä schwääri Lascht,

Doo hat sich geboo d’r allerschtärkschte Nascht.

Numml wor’s Hemmed dreckich on patschnass.

Awwer desmool gefft g‘fillt so manches Faß.

 

Jetz es de Schatzgrewer erscht richtich kloor,

Was d‘r Vatter ne versproch hat vor äm Johr:

„En ons’rem Weingarte ruht ä großer Schatz

Dir wert`glei froe: „ An wellem Platz?

 

Graabt nor! Grobt emmer weider!

Grobt met Eifer!“

Volle Flasche, volle Gläser, volle Krich

Schten en d‘r Schpeis on en d’r Kich.

Volle Fässer logre em donkle Keller,

Wein vom donklrode on vom helle.

 

Die Buwe han’s Erntedankfescht net vergess,

Sie han geopfert ä Kruch Rotwein for die Mess.

Em Schtelle han se iwerglecklich nogedenkt

Wie d’r Vatter se hat reichlich beschenkt.

 

Was ich eich verzehlt han,

es Vergang’nheit.

Doch die Lehr von de Banat’r Schatzgrewer

bleibt gilltich all’zeit.